drunter und drüber

 

Unter dieser, zugegeben etwas doppelbödigen Überschrift möchte ich eine Reihe von Betrachtungen und Untersuchungen einleiten, deren Ziel es ist, einen tieferen Einblick in das Knochengerüst und die Muskulatur ausgewählter Hühner- und Taubenrassen zu geben.

 

Alle gezeigten Beispiele entstammen eigenen Untersuchungen, sind photographisch belegt und als Skelettpräparate vorhanden. Die Skelette sind anatomisch einwandfrei montiert und entsprechen in allen Einzelheiten der natürlichen Knochenlage im lebenden Tier.

Von einigen Probanden ist der Balg, sprich die konservierte Haut mit dem kompletten Federkleid erhalten, sodass ein hoher Grad an Anschaulichkeit sowie Aussagegenauigkeit gewährleistet ist.

 

drunter und drüber steht aber auch für „in die Tiefe gehen“

und „ wir müssen drüber reden“.

 

Unsere Rassehühner und Rassetauben werden seit über einhundert Jahren nach Musterbeschreibung und Rassestandard gezüchtet, ausgestellt und bewertet. Dabei hat sich eine große Vielfalt entwickelt, Einiges wurde im Laufe der Jahre nach jeweiligem Zeitgeschmack umgestaltet. Anderes überdauerte im Verborgenen als reines Wirtschaftsgeflügel die Zeit.

Die Globalisierung mit all ihren Möglichkeiten schreitet voran und macht auch vor der Hühner- und Taubenzucht keinen Halt. Neue Rassen erobern die Zuchtstätten, andere verändern sich infolge von Einkreuzungen und einige ehemals bedeutende Moderassen existieren nur noch in winzigen Populationen, sodass um ihren Fortbestand gebangt werden muss. Das alles ist normal und wird sich auch in Zukunft so oder so ähnlich gestalten.

 

 

„Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen"

 

Das Zitat aus Faust 1 von J. W. Goethe steht für die Aneignung überlieferter Dinge durch eigenen Einsatz, eigene Verdienste,

Worte über die Möglichkeit, die der Mensch hat, sich ererbte Güter zu Eigen zu machen, indem er sie richtig nutzt. (1)

 

Goethes viel zitierte Worte mögen als „geflügelte Worte“ diese Publikation einleiten und sie als roter Faden begleiten.

 

 

Im 2012 erschienenen Buch „Die Gestalt der Taube The Artist`s Guide to Pigeon Anatomy“ (http://d-nb.info/1029581851) präsentierte der Autor im Selbstverlag (http://www.pigeon-anatomy.com) die Ergebnisse einer sehr umfangreichen Untersuchung an 50 Probanden  aller Gruppen der standardisierten Rassetauben, der Kunstflugtauben sowie der Brieftauben.

Dem Autor war es wichtig, einen behutsamen Einstieg in ein lange vernachlässigtes Gebiet zu schaffen und damit den praktizierenden Taubenzüchtern einen Einblick in die große Variabilität des skelettären Grundgerüstes der Tauben zu geben.

Darüber hinaus sollte die konstruktiv- anatomische Struktur in ihrer funktionalen Wirkung visualisiert werden, wozu eine Anzahl von Halbtonzeichnungen entstanden, in denen das montierte Skelett mit dem äußeren Erscheinungsbild der jeweiligen Taubenrasse überblendet wurde. Diese Darstellungsform hat sich in ihrer Anschaulichkeit bewährt, weshalb auch die nachfolgenden Abhandlungen derart illustriert werden sollen.

 

 

Einige Taubenpräparationen wurden erst nach Redaktionsschluss von „Die Gestalt der Taube The Artist`s Guide to Pigeon Anatomy“ realisiert, weshalb sie in das Buch nicht mehr eingearbeitet werden konnten.

Es handelt sich um einen Vertreter der Huhntauben

(Deutsche Modeneser), drei Vertreter der Kropftauben (Englischer Kröpfer 1Stk., Englischer Zwergkröpfer 2Stk.)

und vier Vertreter der Strukturtauben (Schmalkaldener Mohrenkopf 2Stk., Perückentaube 2Stk.).

Mit diesen acht überaus interessanten Probanden aus drei Rassegruppen wird das Thema weitergeführt und die anatomischen Befunde in gewohnter Weise vorgestellt.

 

Eine kleine Veränderung wird es dennoch geben.

In vielen Gesprächen, Briefen und E-Mail`s wurde mit dem Autor darüber diskutiert, zukünftig eine noch umfangreichere Kommentierung der behandelten Sachverhalte vorzunehmen.

Diesen Wünschen wird der Verfasser entsprechen. Weiterhin wird es eine Navigationsskizze geben, in der die Messpunkte der Körpermessungen angegeben sind, sodass für jeden nachvollziehbar ist, welches Messergebnis wie und wofür ermittelt wurde.

 

Regen Zuspruch hat der Verfasser aus den Reihen der Hühner- und Zwerghuhnzüchter erfahren. Überraschenderweise fand sich hier eine große Anzahl von Züchtern spontan bereit, Tiere für eine Anatomieuntersuchung zur Verfügung zu stellen.

So konnten bis zum heutigen Zeitpunkt 20 Hühner und Zwerghühner unterschiedlicher Rassen und beiderlei Geschlechts untersucht werden. Die Ergebnisse werden Fachleute wie Laien verblüffen.

 

Rassegruppe Huhntauben

 

Rassegruppe Kropftauben

 

 

 

(1) ACADEMIC universal lexicon