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VORSICHT …….SATIRE …..auf thüringisch………..

 

VEREINSVERSAMMLUNG

 

Die Geflügelzucht in ihrem Lauf, hält weder H5N1 noch Tierschutz auf.

Aaaach, raunen jetzt die Einen und reiben sich verwundert die Augen.

Hieß das nicht, „weder Ochs noch Esel“, oder so ähnlich.

Ja, aber uns betrifft das sowieso nicht, wir sind doch Rassegeflügelzüchter.

Wir haben unsere eigene Geschichte.

Uuund unsere Vereinsfahne, ruft der Dritte am Ende des Tisches. Eine kleine Träne kullert aus seinem Auge.

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Halt, Halt, Halt, jetzt aber nicht so garstig, Herr Fliedner.

Was hat er denn, der Herr Künstler in seinem beschaulichen Ilmenau.

Nun hat er doch sein komisches Buch geschrieben, nun muss auch wieder mal Ruhe einkehren.

Oder hat er ein zu gutes Gedächtnis?

Andere haben doch auch schnell vergessen, wie das damals war.

Wie ? Was ? War ?

Und was für ein Buch überhaupt?

Na das, wo die mageren Tauben drin sind.

Was für magere Tauben?

Na in Leipzig, weißt du nicht mehr – der ehemalige Präsident und seine Gattin.

Waaaas?      Präsident und Gattin?

Na die ganzen hohen Herren haben doch alle am Stand vom Thüringer Landesverband gesessen und geschmaust.

Und die Damen?

Ja, die Damen auch.

Und was ist nun mit dem Künstler?

Na der hat doch auch dort gestanden mit seinen komischen Taubenknochen hinter Glas.

Waaas, deeer?

Der ist doch gar kein richtiger Züchter und schon gar nicht in einem Verein.

Trotzdem, die wollten den dort haben, schließlich ist der ein Thüringer.

 

Und was war nun mit dem ehemaligen Präsident und seiner Gattin?

 

Später, Später.

 

Weißt du, dass es dort früh um neun schon gute Thüringer Wurst und Kaffee gab?

Na, es gab doch auf der ganzen Messe früh schon guten Kaffee.

Jaaaaa, aber nicht umsonst.

Na, was meinst du, warum die hohen Herren jeden früh dort waren?

Etwa Standardblätter korrigieren?

Und die haben sich nicht an dem Fliedner seinen Knochen gestört?

Doooch, die haben sich aber mit dem Rücken zu ihm gesetzt, da ging`s.

Siehste, das wollte ich dich schon immer fragen.

Was haben denn dem Fliedner seine komischen Knochen eigentlich mit uns und der Taubenzucht zu tun?

Komm, geh mal mit hier rum. Das soll keiner mithören.

Ooh, geheim?

Pssst, ich sag nur T i e r s c h ü t z e r.

Hast du nicht zugehört, was in der letzten Versammlung ganz leise gesagt wurde, als die Kellnerin gerade mal draußen war?

Nöööö.

Na, dieser Tierschutzbeauftragte, der alte,….. also nicht der neue,…… na du weißt schon.

Der soll jedenfalls gesagt haben, dass wir uns in nächster Zukunft zurückhalten sollen mit Aussagen, die irgendwie mit dem Tierschutz zu tun haben könnten.

 

Ja, aber wir haben doch mit dem Tierschutz gar nichts zu tun.

 

Das ist es ja, deshalb sollen wir ja unsere Klappe halten.

 

Aha,………… ich verstehe trotzdem nicht, was das jetzt mit dem Fliedner und seinen komischen Knochen zu tun hat.

Aaalso, der Fliedner ist so eine Künstlertype, ein komischer Kerl halt.

Und irgendwie hat der scheinbar wirklich ein gutes Gedächtnis.

Da war vor Jahren mal so eine Veranstaltung auf der Erfurter Messe.

Uuund?

Na, GRÜNE TAGE hieß das und im Jahr 2000 war das, da haben die Thüringer Geflügelzüchter auch mit gemacht.

Aha.

Und der Fliedner?

Der hat damals so komische Japanische Gärten gebaut und irgendjemand hat den eingeladen, dort so einen kleinen Garten zu zeigen.

Und weil da die Chabo – Hühnchen so schön dazu passen, hat ein Züchter gelockte Chabos drin rumlaufen lassen.

Uuund?

Na, jaaa, dann kam die große Eröffnung mit Presse, Film und Fernsehen.

Uuund?

Als Erster kam  „König Edwin“ mit seinem Hofstaat und der Thüringer Landesfürst mit den Seinen.

„König Edwin“, wer ist das denn?

Na, der, der Edwin halt, du weißt schon.

Uuund?

Der Landesfürst wollte dem „König“ den schönen Garten mit den Chabos zeigen, die Fernsehkameras waren alle auf ihn gerichtet.

Uuund?

Da sah der „König Edwin“ die gelockten Chabos und erschrak.

Wieso - hatte der Angst vor Chabos?

Quatsch – viel schlimmer. Die Chabos waren doch zu der Zeit im Focus,…… also der Tierschützer halt. Du weißt schon, die kurzen Beine und dann noch gelockt.

AaaaHa. Und dann ?

Dann hat der „König Edwin“ den Fliedner ganz, ganz  böse angeschaut und mit einer viel sagenden Handbewegung  wie im Bundestag dem ganzen Tross und den Kameras die Richtung gewiesen.

Was denn für eine Richtung?

Na, in die Zukunft halt, du weißt schon.

Aaach, haben die wieder dem Provinzfürsten seinen Traditionsstand gefilmt?

Und den Fahnenständer.!!!

Und eine Eierschau war auch dabei. !!

Hmmm

Und der Schorsch war sauer!

Der Schorsch?

Ja, der Schorsch, das ist so einer von uns. So ein Echter.

Aber warum war der jetzt sauer?

Na weil der Schorsch froh war, dass endlich mal was Neues, was Anderes halt, als immer nur die Käfigreihen, gezeigt werden sollte.              

Uuuund?

Da latschten die einfach so dran vorbei.

Aber der Schorsch hat dann dem Fliedner trotzdem einen 1. Preis verliehen.

So eine rot / weiße Stallplakette mit Goldrand, da steht drauf:

Thüringer Landestierschau, 1. Preis, Messe Erfurt 2000

Und der Fliedner hat die heut noch in seiner Werkstatt neben dem komischen Kulturpreis vom VDT hängen. Der hat sich damals scheinbar wirklich drüber gefreut.

Aber Duuu, jetzt muss ich dich trotzdem mal was fragen.

Das war doch alles im Jahr 2000. Ist also nach Adam Ries 13 Jahre her.

Was hat denn das nun mit dem ehemaligen Präsident und seiner Gattin zu der Europaschau in Leipzig zu tun?

Das kann ich dir sagen, ich stand nämlich daneben.

Als der ehemalige Präsident und seine Gattin nach so einem Fresserchen den Thüringer Stand verlassen wollten, mussten sie an dem Fliedner seinen komischen Knochen in den Glasvitrinen vorbei.

Uuund?

Da baute sich der „Kaiser Wilhelm“, also du weißt schon, der ehemalige Präsident, vor dem Fliedner auf und sagte zu seiner Gattin:

„Also komm, die sind mir zu maaager“

 

Und der Fliedner, was hat der gesagt?

Der hat gar nichts gesagt. In Gedanken hat er sich nur 13 Jahre zurück erinnert.

Wie sich doch die Zeiten gleichen. Oder sind es nur diese besonderen Menschen,

diese V e r a n t w o r t u n g s t r ä g e r ?

Wakiyeda, der Hofnarr

 

 

Copyright Dieter M. Fliedner